Alles zur Novelle "Die Entdeckung der Currywurst"
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Wer ist Lena Brücker?

 Ja, wer ist denn überhaupt Lena Brücker?
 Genau diese Frage möchte ich in meinem folgenden Blog für euch beantworten.

 Lena Brücker wohnt in Hamburg- Harburg (S. 15, Z. 14;S.16, Z.21) und später wohnt sie im Heim, aber immer noch in Hamburg und vermutlich im betreuten Wohnen.

 Sie ist in der Binnenhandlung 43 Jahre alt (S.34, Z. 2),  hat  durchsichtige, blaue Augen (S.14, Z.4; S.34, Z.24) und weichblonde Haare, die sie meistens mit Schilpatt-Kämmen seitlich hochgesteckt hat (S. 19, Z.30; S.26, Z. 10ff). Im Heim hat sie milchig blaue Augen und ist schon fast blind ( S.14, Z. 4f  & 13f). Außerdem hat sie graues und dünnes Haar (S. 14, Z. 1f)  und trägt vermutlich eher gemütliche Anziehsachen, darunter eventuell auch ein paar Filzpantoffeln (S.13, Z.25f).
 Sie trägt in der Binnenhandlung meistens ein Kostüm, welches aus einem Rock, einer aufgemalten Strumpfhose und vermutlich einer Bluse besteht ( S.18, Z. 25ff).

 Lena ist verheiratet und hat zwei Kinder. Einen Sohn, der in der Binnenhandlung sechzehn und bei der Flak im Ruhrgebiet ist, und eine Tochter, die in der Binnenhandlung zwanzig ist und 1943 als Arzthelferin ausgelernt hat und din Hannover lebt (S. 32, Z.7ff). Zu beiden scheint sie keine allzu gute Beziehung zu haben, da der Leser nicht mitbekommt, ob und wann Lena mal versucht den Kontakt zu ihren Kindern aufzunehmen. Über ihre Eltern erfährt man nicht allzu viel, nur dass ihr Vater Sozi ist und in der Gewerkschaft war(S.109, Z. 20ff).
 Ihr Mann, genannt Gary, wurde 1939 eingezogen und hat in Tilsit eine neue Frau kennengelernt. Lena hat seit 39 schon sechs Jahren ihren Mann nicht mehr gesehen, aber dennoch vermisst sie ihn nicht (S.31, Z.24ff). Das liegt wahrscheinlich zum einen daran, dass er sie immer wieder betrügt aber auch (S. 25, Z.29ff), da sie Bremer kennengelernt hat und dadurch das Leben für sie wieder weiterging und sie nicht mehr alleine war (S.113,Z.10).
 Hermann Bremer hat sie eines Tages auf der Reeperbahn kennengelernt und dann lebt er gut siebenundzwanzig Tage bei ihr (S.18, Z.10ff). Nachdem Lena ihre Lüge, dass der Krieg noch nicht zu Ende sei, gegenüber ihm gebeichtet hat und Bremer erfährt, dass der Krieg schon vorbei ist, lässt er Lena alleine zurück.

 Sie ist die neue Leiterin einer Kantine (S.53, Z. 24ff) und führt später ihren eigenen Imbissstand, bei dem sie hauptsächlich ihre erfundene Currywurst verkauft. Außerdem ist sie seit Bremers Aufenthalt zur Gelegenheitsraucherin geworden, obwohl sie zuvor seit sechs Jahren nicht mehr geraucht hat (S. 58, Z.19f; S.176, Z.14ff).
 
 Lena Brücker ist eine freundliche und hilfsbereite Frau und das nicht nur in der Binnenhandlung sondern auch in der Rahmenhandlung.  In der Binnenhandlung zeigt sich ihre Freundlichkeit dadurch aus, dass sie Bremer einfach so bei sich aufnimmt. Auch an ihrem Stand bedient sie ihre Kunden stets freundlich und macht dabei auch gerne mal ihre Späße (S. 185, Z.3ff). In der Rahmenhandlung  machen ihre leichten Bedenken, dass sie ihrerm Pfleger Hugo zur Last fallen könne, zu einer äußerst freundlichen und sympathischen Person (S.109, Z.4ff).
 Natürlich werden jetzt einige sagen, dass sie aber Bremer belogen hat und das nun mal nicht sehr freundlich ist. In diesem Fall hat sie ziemlich egoistisch gehandelt, aber man muss sich mal in ihre Lage versetzen. Lena fühlt sich allein gelassen und ist froh, als ihr Bremer die fehlende Liebe geschenkt hat. Sie will ihn nicht verlieren und erzählt ihm deswegen immer wieder, dass der Krieg noch nicht zu Ende sei. Erst als ihr alles zu viel wird, bricht bei den beiden ein Streit aus, wo sie dann auch beichtet, dass der Krieg schon lange aus sei.
 Sie selber ist nie so sehr an dem Krieg interessiert wie Bremer. Sie will nur das gröbste wissen, aber nicht wer, wie und weshalb gestorben ist (S.29, Z.1ff) und wer am Ende gewinnt, das ist ihr auch egal (S.92, Z. 28ff). Im Grunde genommen ist sie sogar indirekt gegen die Deutschen und eher für die Gleichberechtigung aller (S.120, Z.27ff).

 Lena Brücker ist durch den Krieg ziemlich selbstbewusst geworden und damit auch "zäher". Sie kann einfach mehr ab, da sie auch härteres erlebt hat. Im Alter sieht sie zwar zerbrechlich aus und wirkt durch ihre Blindheit etwas hilflos, aber das ist sie keinesfalls. Sie strickt während ihrer Erzählung fleißig an einem Pullover, wirkt auch von Außen eher etwas stärker und möchte dennoch etwas selbsständig bleiben (S.185,Z.29f).
 Mittlerweile wirkt sie schon etwas "großmütterlich". Sie ist am Stricken für ihren Enkel und scheint sehr gesprächig zu sein, da sie auf eine simple Frage, wie sie die Currywurst erfunden habe, mit ihrer halben Lebensgeschichte antwortet . Sie genießt die Gesellschaft andere und scheint schon eher traurig, wenn sie alleine gelassen wird (S.152, Z.16ff).

 Ich persönlich konnte Lenas Lügen am Anfang nur sehr schlecht oder auch gar nicht nachvollziehen. Aber mittlerweile habe ich sie etwas besser kennengelernt und kann mich jetzt besser in ihre Lage versetzen. Keiner möchte gerne alleine sein und deswegen kann ich zumindest zum Teil ihr Handeln nachvollziehen. Aber dennoch hätte ich selber vermutlich nicht so gehandelt, da ich es immer noch als falsch empfinde. Am Anfang war mir Lena auch noch nicht in all ihren Phasen so sympathisch, aber zumindest ist sie mir jetzt ins Gesmat sehr viel sympathischer geworden.

 Ich hoffe euch ist Lena etwas Näher gekommen und ihr konntet sie etwas besser kennen lernen.

Bis dahin, ecrivain-currywurst
28.11.15 11:41
 
Letzte Einträge: Worum geht es eigentlich?


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(30.11.15 16:49)
...gesehen, gelesen und für gut bedunden:-)

LG
L. Blanke

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